Freizeitreiter/Jagdreiterfreunde
Jagd zusammengestellt von Manfred Johannes Jürgens
In Niedersachsen und besonders in der Lüneburger Heide gehören Pferde zum Leben dazu. Die älteste Form der Reiterei, die Jagd auf dem Pferde hinter den Hunden findet regional allerdings so gut wie nicht statt. Seit der Mensch Hunde domestiziert hat, nutzte er sie zum Jagen, seit er das Pferd gezähmt hat, nutzte er es als Transportmittel auf der Suche nach Nahrung. Jagen hinter Hunden war zunächst Notwendigkeit, später Zeitvertreib für Kaiser und Könige und ihre Edelinge. Wenn an einem Jagdtag im Herbst die roten Röcke der Reiter durch den Nebel leuchten, das Dröhnen der Pferdehufe und das Geläut der Hundemeute zu hören sind, dann werden Bilder aus vergangenen Jahrhunderten wieder lebendig. Rund 10000 Reiter sind heute in Deutschland als bekennende Jagdreiter vielfach hinter den Hunden von 23 Meuten unterwegs, die der Deutschen Schleppjagdvereinigung im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband angeschlossen sind. Die Schleppjagd in Deutschland verläuft gänzlich unblutig. Jagen auf lebendes Wild ist bereits seit den 30er Jahren gesetzlich verboten und wurde in unserer Kulturlandschaft auch zuvor so gut wie niemals betrieben. Statt dessen laufen die Hunde auf einer künstlichen Fährte, dem "Scent", und werden am Ende mit einem Stück Pansen bei der feierlichen "Curée" nach dem "Halali" belohnt. Die Schleppe wurde früher gelegt mit Hilfe eines in Fuchslosung getränkten Schwammes oder einer mit einem Balg gefüllten Drahtkugel, die der Schleppenleger zu Pferd an einer Schnur hinter sich herzog. Heute hat der Schleppenleger einen Tropfkanister am Sattel festgeschnallt und legt so die Fährten im Gelände. Je naturnaher das gelingt, desto authentischer ist das Jagderlebnis. Die Reiter folgen den Hunden, um deren Sucharbeit mitzuerleben. Schleppjagd heute ist Sport und Freizeitvergnügen, aber auch die Pflege von Traditionen und altem Kulturgut. Man beachtet die Traditionen und reitet zu Musik-Signalen, die aus der Hirsch- und der Parforcejagd des Mittelalters stammen. Ein Teil des Brauchtums ist auch aus der Jagd entlehnt. So erhalten die Teilnehmer einer Jagd im Anschluß an den Ritt und nach der Belohnung der Hunde vom Jagdherrn oder seiner Dame einen "Bruch" als Andenken überreicht.
Jedes, auch manches heute unverständlich oder überflüssig erscheinende Detail, läßt sich aus der Jahrhunderte währenden Geschichte der Jagd erklären. Der rote Rock ist diente dazu, die Jagdteilnehmer im Wald oder im Nebel besser sichtbar zu machen. Das aufwendig gebundene Plastron konnte früher im Bedarfsfall gleich als Bandage für Verletzungen bei Reiter oder Pferd genutzt werden. Die "Curée", bei der die Hunde abschließend mit Rinderpansen belohnt werden, ist keine Fütterung, sondern symbolisiert den Anteil, den die Hunde bei der Jagd auf lebendes Wild bekamen.
Viel Spaß bei der Jugend- und Familienreiterfreizeit des Kreisreiterverbandes Celle (KRV)
Der Severloher Pferdeteich in der Lüneburger Südheide ist ein Anziehungspunkt für alle Reitergenerationen.
Idyllisch, fernab vom Dorf- und Stadtgeschehen, eingebettet zwischen Wäldern, Seen u. Heide, liegt das urige Heidegut Severloh mit kilometerlangen Sandwegen und Jagdstrecken im Herzen der Südheide. Manfred Jürgens vom Kreisreiterverband Celle weiß dies als Berittführer schon seit über 30 Jahren zu schätzen und nutzt die traumhaft schöne Landschaft für Reiterfeizeiten, Geländeausbildung, Jagdreitertage und Schleppjagden. Jährlich werden hier in den Sommerferien vom KRV Celle Jugend- und Familienreiterfreizeiten angeboten, die in diesem Jahr erstmalig von der stellvertretenden Freizeitreiterwartin, Gabriele Walter organisiert und ideenreich durchgeführt wurde. Die jungen Reiterrinnen und Reiter, die teilweise mit ihren Eltern an dieser Maßnahme teilnahmen, reisten bereits am Freitag an, um gleich den ersten gemeinsamen Ausritt in die Heide genießen zu können. Familie Kuhls spannte ihr Pferd in Ahnsbeck an und erreichte erlebnisreich nach ca. 20 Km Ihr Ziel in Severloh. Der Samstag und der Sonntag waren voll gepackt mit abwechslungsreichen Programmen. Nach der morgendlichen Pferdefütterung ging es zum gemeinsamen Frühstück. Anschließend wurden die Pferde für die Ausritte geputzt und gesattelt. Das erste Tagesziel war jeweils der Pferdeteich auf dem Ferienhof Severloh. Unüberhörbar genossen Jung und Alt das „Baden" auf dem Pferderücken. Die Severloher Heide mit ihren gepflegten Reitwegen und Wasserläufen bot allen Beteiligten ein unvergeßliches Wochenende zum Ende der Schulferien. Ein besonderer Augenschmaus für alle Beteiligten bot Inga Kowalewski mit einer Mutterstute und ihrem drei Monate altem Fohlen, die bereits an einigen Aktivitäten teilnahmen. Für alle Pferde waren geräumige Boxen und ausreichend Weideflächen bereit gestellt. Für die Reiterinnen, Reiter und Gespannfahrer waren die Unterkünfte in der „Alten Fuhrmanns Schänke" liebevoll hergerichtet, mit guter Verpflegung wurde eine komfortable Herberge geboten. Nach jeweils lebhaften Tagesgeschehen ließen alle Pferdesportbegeisterten in geselliger Runde bei Gitarrenspiel die schönen Stunden Revue passieren. Auch im nächsten Jahr wird es wieder eine Jugend- und Familienreiterfreizeit geben. Informationen über weitere Freizeitreiteraktivitäten sind unter www.jagdreiter-celle.de nachzulesen.
